Institut für Kommunikation und Gesundheit - Bernhard Tille

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Anamnese

Als Anamnese bezeichnt man in der Medizin die Erhebung der Krankheitsgeschichte im Rahmen einer Diagnosestellung  . Hier

werden die biografischen, sozialen und Krankheitsdaten erhoben. In der Eigenanamnese wird der Patient selbst gehört, bei der Fremdanamnese die Familienangehörigen. Zusätzlich können psychometrische Testverfahren eingesetzt werden.

Psychiatrische Anamnese/Diagnostik

Wie in der psychiatrischen Praxis sind auch in der heilkundlichen Psychotherapie mit dem Erstkontakt in den ersten Stunden drei Aufgaben zu bewältigen

•    Herstellung eines guten Kontaktes
•    Erstellung einer ersten Diagnose (Verdachtsdiagnose, hypothetische Diagnose)
•    Entwurf eines Therapieplanes

Voraussetzung jedes psychotherapeutischen Tuns ist die Erstellung einer (Verdachts)-Diagnose. Anders als etwa in apparativer Medizin stützt sich die psychiatrische Diag¬nose auf genaue Beobachtung des äußeren Erscheinungsbildes und den Äußerungen des Patienten. Diese Beobachtungen können durch weitere Testverfahren gestützt werden.


Psychiatrische Exploration

durch die psychiatrische Exploration    , d.h. der Untersucher ist aktiv.
durch das psychotherapeutisches Interview, d.h. der Patient stellt sich dar.

•    persönliche Daten
•    aktuelle Probleme
•    biographische Anamnese (Entwicklung als Kind – Jugendlicher – Erwachsener)
•    Krankheitsanamnese (allgemein-medizinische Vorgeschichte, Persönlichkeit und So-zialverhalten vor Krankheitsbeginn)
•    Familienanamnese (Erkrankungsfälle in der Familie)

Zu unterscheiden: Eigen- und Fremdanamnese = Befragung der Familienangehörigen und Be-zugspersonen (bei allen schwerwiegenden psychischen Störungen erforderlich)

Protokoll zum psychiatrischen Befund:

•    äußeres Erscheinungsbild
•    kognitive Funktion ( z. B. Bewusstsein, Gedächtnis, Orientierung, Merkfähigkeit, Intel-li¬genz)
•    Denkvorgänge/Sprachfluss (z.B. Denkstörungen)
•    Wahrnehmung (z. B. Halluzinationen, Depersonalisation)
•    Ich-Funktionen (z. B. hochgradig unsicher, äußerst skeptisch)
•    Affekte (z. B. depressiv, ängstlich, parathym, labil)
•    Motorik (z. B. unruhig, sitzunfähig, verkrampft)


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