Institut für Kommunikation und Gesundheit - Bernhard Tille

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Bewusstseinstörungen

In der allgemeinen Psychopathologie wird in qualtitative und quantitative Bewusstseinsstörungen unterschieden.

Quantitative Bewusstseinstörungen beziehen sich auf die Ausprägung der Wachheit (Vigilanz); qualitative Bewusstseinsstörungen verweisen auf einen veränderten Bewusstseinszustand z.B. Tübung (verwirrt), Einengung (traumhaft, fixiert), Verschiebung (z.B. Intensivierung bei Drogen). Bewusstseinstörungen verweisen in der Regel auf exogene Hintergründe.

Bewusstseinsstörung (Aktivität, Klarheit, Zielgerichtetheit, Ansprechbarkeit, Reagibilität sind abweichend)

Quantitativ = Wachheit, Aufmerksamkeit

a) Steigerung = Überwachheit (Hypervigilanz)
-    z. B. bei Psychostimulantien, epileptische Aura, manische Zustände

b) Minderung
-    Benommenheit
-    Schläfrigkeit (GK3 14.Auflage)
-    Somnolenz (abnorme Schläfrigkeit)
-    Stupor (GK3 14. Auflage) (Erstarrung)
-    Sopor (tiefer Schlaf, nur durch starke Reize weckbar)
-    Koma (1–4)

Grund einer Bewusstseinsstörung ist immer eine zerebrale Funktionsstörung, verursacht z. B. durch Schädel-Hirn-Trauma, Durchblutungsstörung, epileptische Anfälle, Vergiftung.

Qualitativ = die klare Bewusstheit seiner selbst (Bewusstseinsinhalte geordnet bis verwirrt, desorientiert). Leicht= kann fast normal aussehen, schwer = bringt erst das Vollbild.

a) Trübung (verwirrt, desorientiert, Verkennung)
-    Delirium tremens (optische Halluzination, vegetative Störungen)
-    Amentielles Syndrom (Denkverworrenheit - häufig bei Gehirngefäßsklerose)

b) Einengung (traumhaft verzerrt, Fokussierung des Denkens, Fühlens und Wollens auf wenige Themen, verminderte Ansprechbarkeit auf Aussenreize)
-    Dämmerzustand (orientiert bis verwirrt, Terminalschlaf,  immer Amnesie), Ursachen: organisch (Epilepsie, pathologischer Rausch, aber auch psychogen)
-    Oneiroid (keine Amnesie)
Ursachen: medikamentös-toxisch, Epilepsie, schizophrene Psychose, (Abgrenzung Dämmerzustand / Oneiroid schwierig)

c) Verschiebung (erweitertes Bewusstsein, erhöhte Wachheit, intensive emotionale Reaktionen, intensivierte Wahrnehmung von Raum und Zeit)
-    Drogen
-    Meditation, Hypnose
-    Bei manischen und schizophrenen Syndromen

Bewusstseinsstörungen geben generell Hinweise auf organische Ursachen. Dies können z.B. sein:

-    Hirnorganische Störungen
-    Allgemeinerkrankungen (z.B. begleitend bei hohem Fieber)
-    Schädel-Hirn-Traumen
-    Intoxikationen


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