Institut für Kommunikation und Gesundheit - Bernhard Tille

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Posttraumatische Belastungsstörung (PTSD)

Die Posttraumatische Belastungsstörung ist eine mögliche Folgereaktion eines oder mehrerer traumatischer Ereignisse

 

(etwa Erleben von körperlicher Gewalt, auch in der Kindheit, Ver-gewaltigung, gewalttätige Angriffe, Entführung, Geiselnahme, Terroranschlag, Krieg, Kriegsgefangenschaft, politische Haft, Folterung, Gefangenschaft in einem Konzentrationsla-ger, Natur- oder durch Menschen verursachte Katastrophen, Unfälle oder die Diagnose einer lebensbedrohlichen Krankheit), die an der eigenen Person, aber auch an fremden Personen erlebt werden können.

In vielen Fällen kommt es zum Gefühl von Hilflosigkeit und durch das traumatische Erleben zu einer Erschütterung des Selbst- und Weltverständnisses.

Das Störungsbild ist geprägt durch:
•    sich aufdrängende, belastende Gedanken und Erinnerungen an das Trauma (Intrusionen) oder Erinnerungslücken, Alpträume, Flash-Backs, partielle Amnesie
•    verzögerte Reaktion auf eine extreme Bedrohung, meist erst Wochen oder Monate nach dem Ereignis, selten länger als 6 Monate später
•    Übererregungssymptome (Schlafstörungen, Schreckhaftigkeit, vermehrte Reizbarkeit, Affektintoleranz, Konzentrationsstörungen)
•    Vermeidungsverhalten (Vermeidung traumaassoziierter Stimuli)
•    emotionale Taubheit  (Rückzug, Interesseverlust, innere Teilnahmslosigkeit)
•    im Kindesalter teilweise veränderte Symptomausprägungen (z.B. wiederholtes Durchspielen des traumatischen Erlebens, Verhaltensauffälligkeiten, z.T. aggressive Verhaltensmuster)

Verschlimmerung der Symptome durch:

•    Gedankenunterdrückung (Verdrängung mit aller Gewalt)
•    Übertriebenes Sicherheitsverhalten und Misstrauen
•    Problematische Interpretation des Geschehenen in Form von Grübeln
•    Reizvermeidung durch Rückzug
•    Kompensation mit Alkohol / Medikamenten

Konsequenz: Die tiefere Verarbeitung des Trauma-Gedächtnisses wird verhindert. Das Geschehene bleibt weiterhin eine gegenwärtige Bedrohung, anstatt als vergangenes, zeitbegrenz-tes Ereignis wahrgenommen zu werden.

Die Lebenszeitprävalenz für PTSD in der Allgemeinbevölkerung liegt zwischen 1% und 7%,  es besteht eine hohe Neigung zur Chronifizierung.

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