Viele Menschen leiden im Alter an einer gravierenden Sehbehinderung, der altersabhängigen Makuladegeneration, kurz AMD. Während gegen die so genannte "feuchte" Form der AMD mittlerweile wirksame Medikamente zur Verfügung stehen, gibt es
gegen die andere Form keine zufrieden stellende Therapie. In diese Lücke stößt das neue Medikament Fenretinide. Momentan startet die weltweit erste große Patientenstudie, in der die Arznei auf ihre Wirksamkeit gegen die trockene Spätform der AMD getestet wird. Hieran ist die Universitäts-Augenklinik Bonn maßgeblich beteiligt.
Fenretinide könnte als erstes Medikament den Verlauf der trockenen AMD verlangsamen oder sogar stoppen. Im Tierexperiment hat es bereits seine Wirksamkeit unter Beweis gestellt: Der als Kapsel geschluckte Wirkstoff kann demnach die Anhäufung von "Stoffwechselablagerungen" , Lipofuzin genannt, im Auge verhindern.
Beim Sehen erscheint die Umgebung scharf, die Farben verblassen und ein dunkler Fleck verdeckt das Blickfeld, bis normales Sehen und Lesen unmöglich werden.
Mit neuartigen Laser gestützten Verfahren können die Giftstoffe im Auge sichtbar gemacht und drohende Schädigungen frühzeitig erkannt werden. Mit einem Ophtalmoskop wird der Augenhintergrund des Patienten bestrahlt und die Lipofuszin- Ablagerungen beginnen zu leuchten.
Auf diese Expertise der Uniklinik Bonn baut nun die Firma Sirion Therapeutics. Der Hersteller von Fenretinide führt zur Zeit die weltweit erste große Patientenstudie zur Behandlung der trockenen Spätform der AMD durch.
Darin sollen in den nächsten zwei Jahren Wirksamkeit und Verträglichkeit des Medikaments umfassend getestet werden.
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