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Blasenschwäche und Harninkontinenz |
Blasenschwäche ist ein Tabuthema in unserer Gesellschaft. Millionen erwachsener Menschen in Deutschland leiden still und heimlich an einer teilweisen oder kompletten Schwäche ( Inkontinenz ) der Harnblase.
Besonders Frauen, auch schon ab dem mittleren Lebensalter sind davon
betroffen und verschweigen es aus Scham und Hilflosigkeit sowohl ihrer
Umgebung als auch ihrem Arzt. Die Dunkelziffer dieses Leidens ist
immens hoch.
Die psychischen und sozialen Folgen von mehr als geringfügiger Inkontinenz können deshalb erheblich sein.
Die betroffenen Menschen schränken ihre Alltagsaktivitäten auf das
Notwendigste ein. Vor allem bei den vielen allein stehenden Frauen
leiden die Sozialkontakte, die Freizeitunternehmungen.
Minderwertigkeitsgefühle und Depressionen sind die Folgen.
Im Alter können daraus Vereinsamung und gesundheitlicher Verfall
entstehen. Viele Menschen versuchen, das Problem mit weiniger Trinken
in den Griff zu kriegen. Das kann zu Kreislauf- und
Stoffwechselproblemen führen. Die Nieren arbeiten nicht mehr richtig,
Verwirrtheit und Kreislaufkollaps sind die Folgen. Schnell kann daraus
eine Pflegebedürftigkeit und Unterbringung in einem Pflegeheim werden.
Was sind Ursachen für die Harninkontinenz?
- Die Beckenbodenschwäche bei Frauen, zum Beispiel nach
Entbindungen, die Senkung der Gebärmutter und der Blase durch
Bindegewebsschwäche führen über Jahre zu Inkontinenz. Diese bezeichnet
man als so genannte Stressinkontinenz, die vor allem beim Husten,
Niesen, Lachen oder beim Stuhlgang auftritt.
- Dann gibt es die Dranginkontinenz, bei der ein plötzlicher und
nicht unterdrückbarer Harndrang entsteht. Wenn nicht sofort eine
Toilette aufgesucht werden kann, kommt es unweigerlich zum
unwillkürlichen Harnabgang. Dieses ist weniger eine mechanische als
eine Störung der Nervenleitung vom Gehirn zur Blase und zurück.
- Mit der Lebensweise verbundene Risiken sind zum Beispiel schwere
körperliche Belastungen (vor allem schweres Heben), mangelnde
körperliche Fitness, starkes Übergewicht und Rauchen. Im Alter gibt es
zusätzliche Risiken, wie zum Beispiel Immobilität, funktionale
Einschränkungen und Demenz.
Wo bekommt man Hilfe?
Wichtigster Ansprechpartner ist zunächst einmal der Hausarzt. Es ist
unglaublich wichtig, die eigene Hemmschwelle zu überwinden und dem
Arzt/ der Ärztin von dem Problem zu berichten. Aus der Sicht der
Mediziner ist die Harninkontinenz natürlich kein Tabuthema. Der Arzt
wird über Fragen zunächst mal die wahrscheinlichste Ursache der
Inkontinenz herausfinden und die betroffene Person zu einer
fachurologischen, neurologischen oder gynäkologischen Behandlung
schicken.
Erfreulicherweise sind die Therapiemöglichkeiten vielfältig und erfolgsversprechend.
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