Institut für Kommunikation und Gesundheit - Bernhard Tille

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Chronische Übersäuerung

Die chronische Übersäuerung des Menschen ist eine der weitverbreitetsten, und zugleich unbekanntesten aller gesundheitlichen Belastungsfaktoren. Die Übersäuerung ist Ausdruck der Rahmenbedingungen unseres modernen Lebens,

der Arbeitsweise, des Freizeitverhaltens, der Ernährungsgewohnheiten sowie der Umweltbelastung. Stress, mangelnde Bewegung und Genussgifte wie Kaffee, Alkohol und Nikotin führen dem Organismus zuviel Säuren zu; gleichzeitig führt Bewegungsmangel zu einer verminderten „ Abatmung „ des CO2 über die Lungen. Der Körper muss daher mit einer großen Säurebelastung fertig werden, die im wesentlichen folgende Ursachen hat:

-    Säurebildung im Körper durch den normalen Stoffwechsel und chronische Darmgärung
-    Vermehrte Aufnahme säurebildender Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Käse, Eier, Kaffee, Alkohol, Zucker, Weißmehl, Reis, Fast Food.
-    Vermehrte Aufnahme von Medikamenten und Lebensmittelzusatzstoffen, die ebenfalls überwiegend sauer verstoffwechselt werden.
-    Verminderte Basenaufnahme durch verminderten Verzehr von Gemüse, Kartoffeln, Obst und Nüsse. Obst und Gemüse haben nicht mehr die gleiche basische Wertigkeit wie früher durch die ausgelaugten Ackerböden.
-    Verminderte Säureausscheidung aus dem Körper durch Mineralstoffmängel und Bewegungsarmut.

Was sind die ersten Anzeichen für eine Übersäuerung?

-    Schnelle Ermüdbarkeit, allgemein verminderte körperliche und geistige Leistungsfähigkeit
-    Kälte der Hände und Füße, schnelles Frieren
-    Schwitzen bei geringer körperlicher Anstrengung, Nachtschweiß
-    Chronischer Spannungskopfschmerz
-    Appetitmangel, Sodbrennen, Übelkeit
-    Gesteigerte Infektanfälligkeit
-    Verzögerte Rekonvaleszenz nach akuten Krankheiten
-    Übellaunigkeit, Reizbarkeit ( Säuren machen „ sauer „)

Möglichkeiten der Diagnose des Säure- Basen-Haushaltes

Es existieren verschiedene Messtechniken, um den Grad der Säurebelastung des Körpers und seine Pufferkapazität zur prüfen.

  • Eine einfache, in ihrer Aussagekraft allerdings eingeschränkte Meßmethode besteht in der Messung des Urins durch Teststreifen aus der Apotheke mit einer pH–Skala von 5. 2– 8,0. Diese Messung kann vom Patienten selbst vorgenommen werden und zeigt bei sehr übersäuerten Menschen oft die sogenannte „ Säurestarre „ des Urins, wobei der Körper versucht, über die Nieren überschüssige Säuren loszuwerden, ähnlich wie bei einem Überlaufventil. Ein Basenfluten kann hier nicht mehr stattfinden, jeder tagsüber gemessene Urinwert befindet sich im sauren Bereich.
  • Eine wesentlich genauere Methode ist die BETA- Analyse, mit welcher der Grad der Übersäuerung in Blut, Speichel und Urin gemessen werden kann. So kann auch das Ausmaß und die Chronizität der Übersäuerung beurteilt werden.


Möglichkeiten der Entsäuerungstherapie in der ärztlichen Praxis:

  • Ernährungsumstellung in Richtung einer basisch betonten Vollwertkost. .
  • Eine Änderung der Esskultur,– langsames und gründliches Kauen und Einspeicheln der Nahrung, Essen in Ruhe und nicht zu spät abends.
  • Dr. F. X. Mayr- Kur bei chronischer Darmgärung und Darmpilzbelastung.
  • Änderung der Trinkgewohnheiten. Säurespendende Getränke wie Alkohol, Kaffee, Industrielimonaden und Fruchtsäfte sollten ersetzt werden durch basenhaltige Mineralwasser, Quellwasser und dünn gebrühte Kräutertees. Die tägliche Trinkmenge sollte besonders zu Beginn der Entsäuerungstherapie 2– 3 Liter betragen.
  • Der Abbau einer Stressbelastung durch Sport und Entspannungsverfahren.
  • Mineralstoff- und spezielle Baseninfusionen bei
  • Bei Vorliegen starker Mineralstoffmängel und einer ausgeprägten Azidose verwende ich Basensalzpräparate für die Dauer von mehreren Monaten ist in den meisten Fällen von chronischer Übersäuerung notwendig. In den Apotheken und Reformhäusern gibt es verschiedene Präparate sowohl in Pulver – als auch Tablettenform.



Die Umstellung der Lebensweise des betroffenen Menschen in der beschriebenen Art und Weise entzieht vielen Krankheitsprozessen und vegetativen Fehlsteuerungen den Nährboden, verhilft ihm zu einem ausgeglicheneren Gemütszustand und befreit ihn von Beschwerden, die ihn „ Nicht krank- aber auch nicht gesund „ fühlen lassen.

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