Clostridium difficile ist ein Darmbakterium, das im Darm Giftstoffe ("Toxine") freisetzt, die anfänglich Durchfälle und im weiteren Verlauf schwerwiegende Dickdarmentzündungen, insbesondere in Zusammenhang mit Antibiotika-Einnahme, hervorruft.
Clostridium difficile, erst Ende der 70er Jahre identifiziert, wird seit den 90erJahren "Clostridium difficile" als der bedeutendste Krankenhauskeim der zivilisierten Länder angesehen. Der ausgeweitete Einsatz von Breitbandantibiotika führt zu einer steigenden Zahl von Infektionen, die auf diesen Keim zurückgehen. Vor allem bei stationär behandelten Patienten steigt die Häufigkeit weiter stetig an, aber auch ambulant behandelte Menschen mit Immunschwächen sind gefährdet.
Aus einer 2002 veröffentlichten Studie geht hervor, dass über 17 Prozent aller Patienten, die für mehr als zwei Tage stationär im Krankenhaus behandelt wurden und eine Antibiotikatherapie bekamen, Durchfälle entwickelten, die mit "Clostridium difficile" in Verbindung gebracht wurden.
Dieser Keim ist demnach die Ursache für ca. 20 Prozent aller Antibiotika- assoziierten Durchfälle, 75 Prozent aller Antibiotika- assoziierten Dickdarmentzündungen und 100 Prozent aller Pseudomembranösen Colitis Fälle (spezifische Form der Dickdarmentzündung).
In Canada und den USA treten seit 2005 gehäuft Varianten des Erregers auf, die als deutlich gefährlicher als die bisherige isolierten Bakterien eingeschätzt werden.
Neue Erkenntnisse zur Infektionsgefahr mit Clostridium difficile lassen hoffen, daß die Wissenschaft in der Behandlung der Darminfektion mit Clostridium difficile einen großen Schritt weitergekommen ist.
Ein Ziel der Forschung war herauszufinden, wie die von den Bakterien freigesetzten Toxine ihre im Darm zellschädigende Wirkung entfalten können. Diese neuen Daten eröffnen nun die Chance auf einen innovativen Therapieansatz: Jetzt kann erstmals eine Behandlung von Clostridium difficile Erkrankungen entwickelt werden - ganz ohne Antibiotika. Denn auch die Therapie der Infektion mit Antibiotika bringt die Problematik von Rückfällen mit sich.
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