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NLP-Programmierung versus Veränderungsarbeit
Grundlegende Fragestellung in Psychologie und Philosophie ist seit je das Thema, inwieweit menschliches Verhalten änderbar ist, und in welcher Art und Weise menschliche Veränderung stattfinden kann.

Moderne Verfahren wie z.B. das NLP (Neuro-Linguistisches Programmieren) bieten, aufbauend auf den traditionellen Grundlagen der Kommunikationspsychologie, Tiefenpsychologie und Verhaltenstherapie, neue, erweiterte  Vorgehensweisen an, Menschen in Veränderungsprozessen zu unterstützen.

Häufig liest man in diesem Zusammenhang Begriffe wie Techniken zum „Umprogrammieren“, 5 Minuten Therapie etc., was bei machen Betrachter  Fragen hinsichtlich der Seriosität der Methode aufwirft. Weiterhin löst die Vokabel „Programmierung“ bei Vielen schnell Bedenken hinsichtlich Manipulation und Gehirnwäsche aus, vielleicht auch die Vorstellung der Mensch sei ein Computer, bei dem nur die Kabel richtig gesteckt werden müssten.

Gemeint ist jedoch einfach das Verändern von Verhaltensmustern, die auch Verhaltensprogramme genannt werden können, einfach deshalb, weil sie automatisch, unbewusst wie ein Programm immer wieder in der gleichen Form ablaufen. So wie ein Fitnesstrainer für den Sportler ein Trainingsprogramm entwickelt, damit dieser zu besseren Leistungen kommt, versucht der NLP-Coach/Therapeut den Klienten dabei zu unterstützen, sich alte, hinderliche Verhaltensmuster  bewusst zu machen und gegen neue, ressourcen- und lösungsorientierte  Verhaltensmuster auszutauschen und diese dann (wie ein neues Programm) automatisch d.h. unbewusst in alltägliche Lebenssituationen zu übernehmen.

Nun zur Frage: „Wie schnell ist Verhalten änderbar?“
Jeder Mensch wird im Laufe seines Lebens zwangsläufig Veränderungsprozesse durchlaufen, einfach deshalb, weil sich ständig verändernde Lebenssituationen und Zukunftsperspektiven neue Reaktionsmuster (Verhaltensprogramme) erfordern. Manche Denk- bzw. Verhaltensänderungen ergeben sich von einem Moment auf den anderen, eine plötzlich aufsteigende (Aha-)Erkenntnis kann ein altes Verhalten löschen, wie z.B. bei dem Raucher der ohne therapeutische Unterstützung sich von den Zigaretten völlig löst und nie mehr danach greift. Andere besuchen mehrmals Raucherentwöhnungsgruppen und werden trotzdem wieder rückfällig.

Nichts ist beständiger denn die Veränderung; das Leben selbst ist der größte Veränderungs- bzw. Lernprozess. Die meisten Menschen verändern sich ganz automatisch, dazu braucht es nicht den Coach oder Therapeuten. Der einzige Unterschied: Manche brauchen Jahre dazu, andere wenige Tage. Erst wenn ein Verhalten, welches sich im Leben stark beeinträchtigend auswirkt unüberwindbar zu werden scheint, wird sich die betroffene Person (hoffentlich) professionelle Hilfe suchen.

Und hier hängt es stark von der Methode ab, welchen Umfang die Veränderungsarbeit einnehmen wird. Von der klassischen Psychoanalyse ist bekannt, daß mehrere hundert Stunden keine Seltenheit sind, da die gesamte Persönlichkeit in ihrer Tiefe in den Fokus kommt, die Verhaltenstherapeuten gehen für ein umgrenztes Thema von vielleicht 50 – 80 Therapiestunden aus, die Hypnosetherapie (oder ein anderes humanistisches Therapieverfahren wie z.B. das NLP) versucht, vielleicht in 10 Stunden die erforderlichen Lösungen zu erreichen, manchmal reicht auch nur eine Stunde, um zu einer zentralen Erkenntnis zu kommen, die Wesentliches im Leben verändert.

Der Umfang der Veränderungsarbeit hängt von vielen Variablen ab: Z.B. dem Umfang der Themenstellung, der Chronizität, dem Leidensdruck, dem optimalen Zeitpunkt (Reife, Erkenntnisfähigkeit), den sekundären Gewinnen, der Atmosphäre zwischen Klient und Coach/Therapeut, der für diesen Klienten im Moment richtigen Methode………und und und.

In dieser Hinsicht hat jede Veränderungs-Methode ihre speziellen Vorteile und auch Einschränkungen. Manchmal kann ein Denken/Verhalten umprogrammiert werden, manchmal muss es langsam wachsen und reifen, und Manches muss demütig hingenommen werden und kann trotzdem in den Lebensweg und die Persönlichkeit stärkend integriert werden; auch das kann eine Lösung sein.

Bernhard Tille hat sich in der NLP-Ausbildung das Ziel gesetzt, die NLP-Techniken in Form einer Lebensweg-Veränderungsarbeit so einzusetzen, daß die Bezeichnung Neuo-Linguistische Prozessarbeit treffender ist als denn die "Programmierung".

 


 

 
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